Korsen


Korsen
Kọrsen,
 
die Bewohner Korsikas, aber auch auf dem französischen Festland und in anderen Gebieten der Erde siedelnd, etwa 1 Mio. Menschen. Die Korsen erwuchsen aus einer Urbevölkerung von (wahrscheinlich) Iberern und Ligurern durch Vermischung mit Karthagern, Etruskern, Römern, Mauren, Italienern und Franzosen. Ihre Sprache wurde seit dem 11. Jahrhundert durch die Sprachen der jeweils Herrschenden überlagert.
 
In Reliktgebieten hat sich eine mündliche Tradition erhalten. Die Totenklagen (italienisch »voceri«, »lamenti«) sind wie die »paghiella« improvisierte, meist von Männern dreistimmig gesungene Messen. Lebendig ist auch das religiöse Brauchtum geblieben. Die Mutter Gottes von Lavasina, dem »korsischen Lourdes« bei Bastia, suchen viele Kranke auf. Die bekanntesten Karfreitagsprozessionen sind die des »Catenaccio« (des Gefesselten) in Sartène (im Süden) und »La Cerce« (die Suche) in Erbalunga (bei Bastia). - Die Blutrache (Vendetta) ist auch heute nicht vollständig überwunden.

Universal-Lexikon. 2012.

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